Pressemitteilung

 

Historische Sammlung von Schlössern auf der Messe Bau in München

Museumsstücke auch als Lehrmittel nutzen

Die „Sammlung Historische Schlösser ECO Schulte“ erstmals auf der Messe Bau in München ausgestellt / Schlossermeister Wolfgang Vogel sammelte alte Schlösser aus Passion und als Lehrmittel für Auszubildende / Familie Schulte hat die Sammlung 2016 erworben.

Eine im Jahr 2016 erworbene Sammlung historischer Schlösser und Schließtechnik stellt das Unternehmen ECO Schulte aus Menden auf der Messe Bau in München auf einem eigenen Messestand aus. Die Sammlung stammt aus dem Nachlass von Wolfgang Vogel aus Wunstorf in der Nähe von Hannover. Vogel wurde mit 25 Jahren Schlossermeister und machte später als Ausbildungsmeister für Schließ- und Sicherheitstechnik der Handwerkskammer Hannover seinen Beruf zum Hobby: Er sammelte seit 1993 historische Schlösser, nutzte diese aber auch gerne als Anschauungsmaterial für seine Auszubildenden, um die Feinheiten verschiedener Schließtechniken am Objekt zu erklären.

Der Kontakt zur Familie Schulte entstand durch eine Anfrage von Vogel, der auf der Suche nach Mustern für Ausbildungszwecke und nach alten Schlössern für seine Sammlung war. Heinz Schulte, Geschäftsführer ECO Schulte, war von Vogels Ideen und seiner Sammlung begeistert und so entstand bereits im Jahr 2004 eine kleine Ausstellung auf dem Stand des Mendener Unternehmens auf der Eisenwarenmesse in Köln. Beide Seiten pflegten weiterhin Kontakt und so dachte Vogel auch direkt an die Familie Schulte, als er einen Nachfolger suchte, der seine Sammlung in seinem Sinne weiterführt. Derzeit umfasst die Sammlung rund 400 Schlösser, Nachbildungen von Schließtechnik aus der Antike, Spezialwerkzeuge und größere Objekte wie eine komplette Gefängnistür.

Präsentiert wird die Sammlung auf der Messe Bau in München, Stand B1.521, gegenüber von ECO Schulte. Auf sechs Schautafeln werden dort verschiedene Schlösser schwerpunktmäßig aus der Zeit des 17. bis zum frühen 19. Jahrhundert präsentiert. In dieser Zeit war die Herstellung von Schlössern noch ausschließlich Sache des Handwerks, später löste die industrielle Produktion zunehmend die handwerkliche Fertigung ab.

Ein besonders schönes Objekt aus dem frühen 19. Jahrhundert wird prominent auf einem zentralen Podest im Ausstellungsraum gezeigt (Bilder 2a und 2b). Es handelt sich um ein Tresorschloss mit einer vierfachen Verriegelung, verziert mit einer Kupferrosette und Messingherzen, die mit rotem und blauem Samt unterlegt sind. Eine Besonderheit dieses Schlosses ist die integrierte Glocke, die bei jedem Öffnen und Schließen anschlägt, damit kein unbemerkter Zugriff geschehen kann. Solche Schlösser seien aus nachvollziehbaren Gründen unter anderem für die Aufbewahrung von Genussmitteln üblich gewesen, berichtet Dr. Ulrich Morgenroth, Leiter des Deutschen Schloss- und Beschlägemuseums in Velbert. Er berät die Familie Schulte bei der Aufbereitung der Sammlung. Das akustische Signal war früher nicht die einzige Möglichkeit, um besonders überwachungsbedürftige Güter zu schützen. Morgenroth berichtet auch von Schlössern mit Zählwerken, die jede Öffnung registrieren. Auch ein Partnerschloss, das sich nur durch den gleichzeitigen Einsatz zweier Schlüssel öffnen lässt, gibt es in der Sammlung der Schultes. Laut Morgenroth gab es sogar Schlösser für drei verschiedene Schlüssel, die für manche Anwendungen – vor allem bei Opferstöcken in Kirchen – üblich gewesen seien.

Das Logo der Ausstellung ziert ein Schrankschloss aus dem 18. Jahrhundert (Bild 3) mit einer gravierten Schlossdecke aus Messing. Messing kam als Werkstoff erst nach dem 30-jährigen Krieg (1618 - 1648) auf. Wohl eines der schönsten Schlösser der Sammlung ist ein Türschloss aus dem 18. Jahrhundert (Bild 4). Auch hier gibt es aufwändige Gravuren mit Engeln und Ornamenten. Das Schloss war ursprünglich gebläut – ein Verfahren, bei dem der Stahl nach dem Härten bei rund 300 °C nochmals geglüht wird. Durch Oxidation an der Luft entsteht dann die blaue Farbe, die an diesem Schloss jedoch nicht mehr sichtbar ist.

Die Motivation für das Engagement der Familie Schulte beschreibt Heinz Schulte wie folgt: „Ähnlich wie Wolfgang Vogel sehen auch wir die Schließ- und Sicherheitstechnik als unsere Lebensaufgabe. Am Anfang unserer Geschichte standen jedoch die Erfahrungen unseres Vaters. Angesichts einer Brandkatastrophe wurde ihm klar, wie überlebenswichtig es im Notfall sein kann, ein Gebäude mithilfe entsprechender Panikeinrichtungen sicher und schnell verlassen zu können.“

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